Nikotin - ein hochtoxisches Nervengift mit hohem Suchtpotenzial?

Ist Nikotin wirklich ein hochtoxisches Nervengift mit hohem Suchtpotenzial?

Die meisten Menschen glauben, Nikotin sei eine hochgiftige Substanz, die bereits in geringen Dosen tödlich ist. Ein gefährliches Nervengift mit hohem Suchtpotenzial. Viele Umsteiger wollen daher so bald wie möglich die Nikotinstärke beim dampfen verringern. Einige wollen sogar so schnell es geht ganz auf Nikotin verzichten. 

Doch ist Nikotin tatsächlich so giftig? Und macht es wirklich so süchtig, wie viele annehmen? In diesem Blogbeitrag wollen wir uns dieser Fragen annehmen. Außerdem klären wir, ob es überhaupt sinnvoll ist, als Umsteiger so schnell wie möglich auf Nikotin zu verzichten. 


Was ist Nikotin? Und ist es wirklich so gefährlich?

Nikotin ist ein sogenanntes Alkaloid. Es kommt hauptsächlich in den Blättern von Nachtschattengewächsen, z.b Kartoffeln oder eben Tabak vor. Es soll die Pflanze vor Fressfeinden schützen. Für Insekten ist Nikotin in der Tat ein sehr wirksames Gift. Für uns Menschen hingegen ist es weit weniger gefährlich als allgemein angenommen wird. Wir wollen dir nachfolgend zeigen, dass Nikotin in den beim Dampfen relevanten Dosen weder giftig, noch ernstlich gesundheitsschädigend ist. Und dass Nikotinersatzprodukte viel weniger suchterzeugend sind als Zigaretten.


Ursprüngliche tödliche Dosis wurde nie hinterfragt

Noch bis 2013 galten 40 - 60 mg Nikotin als weltweit anerkannte tödliche Menge Nikotin. So viel ist in etwa fünf Zigaretten enthalten. Auf dieser Annahme beruht wohl auch die Angst vieler Eltern, ihre Kinder könnten Zigarettenstummel auf Spielplätzen schlucken und daran sterben.

Mittlerweile wurde diese Menge vom österreichischen Toxikologen Prof. Dr. Bernd Mayer jedoch widerrufen. Er konnte den Ursprung der bisher geltenden toxischen Dosis von maximal 60 mg auf fragwürdige Selbstversuche eines österreichischen Arztes aus dem Jahr 1856 zurückführen. Diese Mengenangabe wurde dann mehr als anderthalb Jahrhunderte nicht mehr in Frage gestellt.


Die tödliche Dosis von Nikotin

Als Mayer erkannte, wie fragwürdig die bisher geltende tödliche Menge war, untersuchte er aktuellere Vergiftungsfälle mit gut dokumentierten Nikotinspiegeln. Anhand dieser Daten korrigierte er 2013 die tödliche Dosis auf ein halbes bis ein Gramm oral verabreichtes Nikotin. In einem Fall sei sogar ein Selbstmordversuch mit ganzen vier Gramm Nikotin gescheitert, wie er berichtet. 

Nikotin ist also offenbar bei weitem nicht so tödlich, als viele annehmen. Die Mengen in handelsüblichen Liquids sind für uns Menschen unbedenklich. Hierzulande sind maximal 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter Liquid erlaubt. Bei normalem Gebrauch ist es unmöglich, sich damit ernsthaft zu schädigen oder gar eine Überdosis zu verabreichen.


Was kann dir bei einer Überdosis Nikotin beim Dampfen passieren? 

Solltest du wirklich mal etwas zu viel Nikotin erwischt haben, würden dich schlimmstenfalls Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit erwarten. Die meisten Menschen legen ihre E-Zigarette dann erst mal aus der Hand. Im Körper wird Nikotin sehr schnell verstoffwechselt und wieder ausgeschieden. Um Konzentrationen zu erreichen, bei denen es gefährlich wird, müsste man sich das Nikotin intravenös verabreichen. Tödlich wird es dann laut Mayer ab 200 Milligramm.

 

Nikotin wird über die Haut nur langsam resorbiert

Auch falls du mal Nikotinshots oder starke Liquids auf die Haut bekommst, beispielsweise beim Nachfüllen deiner E-Zigarette, besteht absolut kein Grund zur Sorge. Nikotin wird über die Haut sehr langsam aufgenommen. Sogar bei einem Liquid mit 200 Milligramm pro Milliliter - was ohnehin verboten ist - würdest du nur circa 0,1 mg Nikotin pro Stunde aufnehmen. Das entspricht etwa dem Nikotin einer zehntel Zigarette.

 

Keine ernsthaften Gesundheitsrisiken nachzuweisen

Wie du siehst, ist Nikotin weit weniger giftig als bisher angenommen wurde. Und auch ernsthafte Gesundheitsrisiken sind schlicht nicht nachweisbar. Nikotinersatzprodukte sind laut der meisten Studien nicht krebserregend. Bei Tierversuchen zeigte sich allerdings, dass Nikotin die Neubildung von Blutgefäßen anregt. Dadurch könnte das Wachstum von Krebszellen beschleunigt werden. Bei Menschen konnte das bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Trotzdem raten Fachärzte Krebspatienten aus diesem Grund, besser auf Nikotin zu verzichten.

Auch besteht laut Studien kein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Schädigungen wie Schlaganfälle oder einen Herzinfarkt. Aufgrund seiner aktivierenden Wirkung könnte Nikotin bei bestehenden schweren Herzkreislauferkrankungen allerdings negative Auswirkungen haben. Daher sollten auch solche Patienten vorsichtshalber auf Nikotin verzichten.

Der größte Risikofaktor für das Entstehen solcher Erkrankungen ist aber weniger das Nikotin, als viel mehr die unzähligen giftigen Substanzen, die beim Verbrennen von Tabak entstehen. Durch den Verbrennungsrauch bekommen Raucher auch die bekannten gelben Finger und Zähne. Das Nikotin selbst hat damit allerdings nichts zu tun.

 

Nikotinersatzprodukte auch in der Schwangerschaft empfohlen

Nikotinersatzprodukte sind so ungefährlich, dass sie in Apotheken bereits an Kinder ab 12 Jahren ohne Rezept verkauft werden dürfen. Auch gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass ungeborene Kinder durch Nikotinersatzprodukte in der Schwangerschaft geschädigt werden. Daher empfehlen Fachärzte diese Produkte für schwangere Raucherinnen, wenn sie nicht mit dem Rauchen aufhören können.

In üblicher Dosierung ist Nikotin, ähnlich dem Koffein, ein harmloses Psychostimulans ohne nennenswerte unerwünschte Nebenwirkungen. Nikotin bewirkt eine kurzfristige Blutdruckerhöhung und eine leichte Zunahme der Herz- und Atemfrequenz. Es kann entweder anregend oder beruhigend wirken und positive Effekte auf Konzentration und Aufmerksamkeit haben. Auch das Entstehen einer Abhängigkeit von Nikotinersatzprodukten konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

 

Macht Nikotin wirklich so stark abhängig/süchtig? 

Hast du schon mal von einem Nikotinkaugummi-Abhängigen gehört? Oder einem Nikotinpflaster-Süchtigen? Tatsächlich ist so etwas sehr selten. Die Gefahr, von Nikotinersatzprodukten abhängig zu werden, ist laut Experten eher gering. Süchtige Raucher dagegen gibt es sehr viele. 1,1 Milliarden Menschen weltweit greifen zum schädlichen Glimmstängel. Doch wenn nur das Nikotin allein die Sucht erzeugt, warum dann nicht auch die Kaugummis, Pflaster und Sprays?

Und warum sind all diese Ersatzprodukte so wenig erfolgreich bei der Entwöhnung? Nur etwa fünf Prozent aller Raucher schaffen damit tatsächlich den Ausstieg. Damit funktionieren sie kaum besser als Placebos (ca. drei Prozent Erfolgsquote). Könnte es also sein, dass nicht das Nikotin allein für die Sucht bei Rauchern verantwortlich ist? Was aber könnte dann der Grund sein?

 

Zigarettenabhängigkeit beruht auf mehreren Faktoren

Tatsächlich zeigen Forschungen, dass die Zigarettenabhängigkeit wahrscheinlich auf eine Kombination von verschiedenen Faktoren zurückzuführen ist. Zum einen spielt natürlich das Nikotin und dessen positive Effekte eine Rolle. Das im Zigarettenrauch enthaltene Nikotin wird über die Lunge sehr schnell aufgenommen. Viel schneller als bei Kaugummis, Pflaster oder selbst Spray. Im Gehirn angekommen, verursacht Nikotin die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin. Rauchen macht uns sozusagen glücklich.

Im Tabak sind allerdings auch sogenannte Monoaminooxidase Hemmer enthalten. Sie behindern bzw. verlangsamen den Abbau des Dopamins. Es bleibt damit länger aktiv. Beim Rauchen wirkt Nikotin also sehr schnell und auch deutlich länger als bei anderen Konsumformen. Dadurch ist aber auch die suchterzeugende Wirkung deutlich stärker.


Konditioniertes Verhalten beim Rauchen

Ein weiterer Faktor bei der Entstehung der Zigarettenabhängigkeit ist das erlernte Verhalten. Das Ritual beim Rauchen ist etwas, das wir uns über Jahren angewöhnt haben. Wir halten die Zigarette in der Hand, führen sie zum Mund, inhalieren und atmen den Rauch aus. Da diese Tätigkeiten immer eine Dopamin Ausschüttung nach sich ziehen, verbinden wir sie mit etwas Positivem. Unser Gehirn verknüpft dieses Verhalten mit einer Belohnung. Daher empfehlen die meisten Psychologen zusätzlich eine Verhaltenstherapie, wenn Patienten mit dem Rauchen aufhören wollen.


Throat Hit

Der letzte Faktor ist der Druck auf der Lunge beim Einatmen des Rauchs. Im Dampferjargon wird dieses Gefühl auch Throat Hit bzw. Flash genannt. Die meisten Raucher genießen es, beim Einatmen ein Kratzen im Hals und einen gewissen Druck auf den Bronchien zu spüren. Es ist wichtig für die Befriedigung beim Tabakkonsum. Wir verbinden dieses Gefühl aufgrund der unmittelbar darauffolgenden Ausschüttung von Dopamin mit etwas positiven.

 

Hohes Suchtpotenzial von Zigaretten

Die Kombination aus all diesen Faktoren ist wahrscheinlich für das hohe Suchtpotenzial von Zigaretten verantwortlich. Besonders suchterzeugend sind sie wahrscheinlich wegen der schnellen Nikotinaufnahme und dessen verzögertem Abbau. Das ist bei keinem anderen Nikotinprodukt gegeben. Weder bei Kaugummis, Pflaster noch bei Spray. Auch nicht beim Dampfen. Dennoch gibt es deutliche Vorteile bei den E-Zigaretten als Ersatz für das Rauchen, die kein anderes Produkt bietet.

 

E-Zigaretten bleiben bestes Mittel zur Raucherentwöhnung

Bei Nikotinkaugummis, Pflastern oder auch Sprays ist von all den genannten Faktoren nur das Nikotin vorhanden. Das allein ist aber offenbar zu wenig, nachdem die Erfolgsquote dieser Produkte sehr niedrig ist. Bei rauchlosem Tabak (Kautabak, Schnupftabak) sind Nikotin und zusätzlich MAO-Hemmer enthalten. Diese Produkte funktionieren besser als Kaugummis und ähnliches. Doch es fehlt das angewöhnte Verhalten und der Throat Hit.

Bei E-Zigaretten hingegen haben Umsteiger das Nikotin, den Throat Hit und ein mit dem Zigarettenrauchen vergleichbares Verhalten. Hier fehlen nur die MAO-Hemmer. Dieses Fehlen mag auch der Grund sein, warum es manche Menschen nicht sofort schaffen, vom Rauchen auf das Dampfen umzusteigen. Dennoch sind E-Zigaretten aufgrund der vielen vergleichbaren Faktoren das erfolgreichste Mittel zum Rauchstopp.

 

Fazit zu Schädlichkeit und Suchtpotenzial von Nikotin 

Nikotin ist in den beim Dampfen üblichen Dosierungen weder giftig, noch schädigt es die Nervenzellen. Es ist nicht krebserregend, noch erhöht es bei gesunden Menschen das Risiko für ernsthafte Gesundheitsschäden. Das Nikotin in handelsüblichen Liquids kann beim dampfen nicht zu gefährlichen Überdosierungen führen. Zudem ist es gedampft viel weniger suchterzeugend als beim Zigarettenrauchen. Die meisten Nutzer berichten über eine verringerte Abhängigkeit nach ihrem erfolgreichen Umstieg. Viele konsumieren aber trotzdem langfristig mit Nikotin, auch weil sie die positiven Wirkungen, wie eine Verbesserung von Denkleistung und Stimmung, zu schätzen wissen.

Du solltest dir als Dampfer also keine Sorgen wegen der schädlichen Wirkung von Nikotin oder dessen hohem Suchtpotenzial machen. Beides ist schlicht nicht nachweisbar. Die Frage, warum viele Dampfer dennoch so oft an ihren E-Zigaretten hängen, lässt sich kaum mit Sicherheit beantworten. Der wahrscheinlichste Grund könnte sein, dass sie das vom Rauchen erlernte Verhalten mit der E-Zigarette weiterführen. Man ersetzt sozusagen das Rauchverhalten mit dem Dampfverhalten. Der große Unterschied: Dampfen ist weitgehend unschädlich, während das Rauchen deine Gesundheit ruiniert. Und der minimal schädigende Anteil im Dampf ist weniger auf das Nikotin, als auf andere Inhaltsstoffe zurückzuführen.

Als Umsteiger solltest du eher mit mehr Nikotin anfangen als mit einer zu geringen Dosis. Das stellt sicher, dass dein Gehirn nach wie vor genug Dopamin ausschüttet. Außerdem hast du bei einer ausreichenden Nikotinstärke beim Inhalieren einen ähnlichen Druck auf der Lunge, wie du es auch vom Rauchen her gewöhnt bist. Um das zu gewährleisten, empfehlen wir dir eine gute E-Zigarette zum Backendampfen. Wenn du das möchtest, kannst du deine Nikotinstärke natürlich reduzieren. Die meisten Nutzer machen das allerdings nach einer gewissen Zeit ohne Zwang von selbst, wahrscheinlich wegen der verringerten Abhängigkeit beim Dampfen. Es gibt aber keinerlei Hinweise darauf, dass du dich damit aufgrund irgendwelcher Risiken beeilen musst.

 

 


Hinweis: Für diesen Text haben wir viel recherchiert. Der Großteil der Informationen stammt vom YouTube Kanal von Prof. Dr. Bernhard-Michael Mayer, einem österreichischen Pharmakologen und Professor an der Universität Graz. Bernd Mayer setzt sich seit Jahren für E-Zigaretten als wesentlich weniger schädliche Alternative zum Tabakrauchen ein. Auf seinem Kanal findest du viele interessante und wissenswerte Informationen rund um das Thema E-Zigarette.

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Trotzdem kann keine Haftung für die Richtigkeit der gemachten Angaben übernommen werden. Mitunter sind es Erfahrungsberichte und eigene Meinungen. Die beschriebenen Informationen sind ausschließlich dafür gedacht, über bestimmte Themen in Zusammenhang mit der E-Zigarette aufzuklären. Unter keinen Umständen sind wir für irgendwelche Schäden und Verluste haftbar, die dem Nutzer dadurch entstehen können, wenn er Informationen, die auf unseren Internetseiten darstellt, unreflektiert als konkrete Handlungsanweisungen auffasst. Wir übernehmen keine Haftung für eine fehlerhaft durchgeführte Anwendung, die er entweder falsch angewendet hat oder deren ausdrückliche Hinweise der Bedienungsanleitung nicht berücksichtigt hat.


 

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Nikotin Shot 18mg, Nicshot Nikotin Shot 18mg, Nicshot
Inhalt 10 Milliliter (11,60 € * / 100 Milliliter)
1,16 € *